InselChaos 2026

InselChaos 2026

Zukunftsvisionen stricken: Wie alte Technologien uns Hoffnung geben können
04.09.2026 , Tonhalle
Sprache: Deutsch

In diesem Vortrag gucken wir uns Strickmaschinen und ihre Geschichte an, wie sie benutzt - und gehackt! - werden können und was eigentlich aus dieser Technologie geworden ist. Gleichzeitig möchte ich mir mit euch anhand von Strickmaschinen ebenso angucken, wie diese und auch andere ältere, als obsolet erklärte Technologien der Vergangenheit uns Hoffnung und Ideen inmitten einer Wüste aus verklebten und entmündigenden Technologien geben können.


Als mir vor Jahren eine rund 70 Jahre alte Strickmaschine recht zufällig in die Hände fiel, hatte ich kaum eine Ahnung was ich da eigentlich vor mir hatte. Da viele von uns ja von unbekannten Technologien und ungelösten Problemen geradezu magisch angezogen werden, ging es mir da nicht anders und ich habe mich in die Restaurierung einer Maschine geschmissen, die älter als meine eigene Mutter ist und mit der ich mich damals absolut nicht auskannte - eine sehr gute Entscheidung wie sich ziemlich schnell herausstellte.

Mir tat sich eine Technologienische auf, die über ein halbes Jahrhundert auf lokaler wie globaler Ebene blühende Communities hatte, wilde Magazine in unterschiedlichen Sprachen und sogar Strickmaschinenmeisterschaften. Und neben all diesen technikhistorischen Kuriositäten fand ich vor allem etwas, was sich in der heutigen Zeit ziemlich besonders anfühlt: Eine komplexe Maschine, die so entworfen wurde, das möglichst viele Menschen sie nutzen, verstehen und reparieren können. Eine Maschine und ihre Hersteller, die die Autonomie und Kreativität ihrer Nutzer*innen ausdrücklich wollten und unterstützten.

In diesem Vortrag möchte ich euch nicht nur von Strickmaschinen und ihrer Geschichte erzählen, nicht nur zeigen, wie wir sie mit 3D-Druck und Arduinos hacken können, sondern ich möchte mir auch mit euch angucken, wie solche älteren Technologien voller Hoffnung, Ideen und Praktikabilität stecken mit denen wir uns eine Zukunft vorstellen können in der Technologien für Menschen und nicht für Kommerz gemacht sind.

Ich lebe und arbeite in Berlin und beschäftige mich mit Wissensgerechtigkeit im digitalen Raum, Technologiegeschichte und verschiedensten Textilhandwerken.